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Erhebung soziales Dienstleistungsangebot im Jahr 1990:


Für den Verwaltungsraum Riedlingen ist eine Sozialstation vorhanden. Diese wird getragen von den Kirchen und politischen Gemeinden, sie übernimmt ausschließlich pflegerische Arbeiten. Bei der Sozialstation arbeiten nur hauptamtliche Pflegekräfte. Im Jahr 1990 wurden 320 Personen durch die Sozialstation betreut.


Unter der Trägerschaft der Kirchen arbeitet eine Nachbarschaftshilfe, die in freiwilliger Dienstleistung Betreuung im hauswirtschaftlichen Bereich übernimmt. Im Jahr 1990 wurden 1089 Arbeitsstunden geleistet. Die Nachbarschaftshilfe übernimmt nur dann Aufgaben, wenn diese nicht von langer Dauer sind und nicht regelmäßig erbracht werden müssen. Eine Gewährleistung für die Erbringung der Leistung ist nicht gegeben.


Das Rote Kreuz bietet Essen auf Rädern als Tiefkühlkost an. Diese wird einmal wöchentlich in die Wohnung gebracht. Der Empfänger muß seine Speisen täglich selbst zubereiten. Es wird außerdem ein Hausnotrufsystem angeboten, das gemietet werden kann.

Befragung

Im November 1990 führte ich eine Befragung bei den Vertretern dieser sozialen Dienste durchgeführt. Die Auswertung der Befragung ergab, daß für die damalige Situation gut funktionierende soziale Dienste vorhanden waren, einige in Zukunft wohl wichtige Bereiche allerdings nicht abgedeckt waren.

Größere Lücken bestanden in der häuslichen Betreuung und Versorgung. Die vorhandene Nachbarschaftshilfe bot zwar solche Dienste an, sah sich allerdings nicht in der Lage, eine umfassende und garantierte Versorgung anzubieten. Gerade dies erschien aber in Zukunft wichtig.

Wegen des wachsenden Anteils älterer Menschen und der rückläufigen Zahl an Altenheimplätzen, müssen nach meiner Meinung Voraussetzungen geschaffen werden, um die Versorgung und Betreuung von hilfsbedürftigen Menschen in ihrer eigenen Wohnung auf Dauer und in fast jeder Lebenslage zu gewährleisten.

Ich war mir darüber im klaren, daß eine Finanzierung eines solchen Dienstes nach dem klassischen Muster über staatliche Mittel oder Sozialversicherung nicht möglich ist, sondern daß auch neue Wege der Finanzierung gefunden werden müssen.


Eine nur teilweise Bedarfsdeckung war vorhanden bei:

  • Besorgungen und Einkäufe
  • Besorgung der Wäsche
  • Besucherdienste
  • Vorübergehende Betreuung nach Krankenhausaufenthalten
  • Bereitstellung von Kurzzeitpflegeplätzen
  • Versorgung bei vorübergehender Erkrankung ohne stationären Krankenhausaufenthalt

Folgende Leistungen waren nicht angeboten:

  • Wohnungs- und Hausreinigung - Tagespflegeplätze
  • Versorgung mit warmem Essen - Fahrdienste
  • Gartenarbeit - Häusliche Rehabilitation
  • Winterdienst - Psychische Betreuung
  • Handwerkliches Hilfsangebot - Sterbebegleitung
  • Neutrales Beratungsangebot für Fragen des täglichen LebensBedarfsdeckung in der Zukunft

Die damals vorhanden sozialen Dienste sahen keine Möglichkeit, den oben genannten zusätzlichen Bedarf zu decken.

Deshalb wurde mein Vorschlag aufgenommen, in Riedlingen eine Seniorengenossenschaft zu gründen, die die vorhandenen Lücken schließen sollte. Hauptaufgabe sollte sein, in Riedlingen ein System des betreuten Wohnens im eigenen Heim oder in einer Wohnanlage zu schaffen. Dadurch sollte den Menschen die Möglichkeit geboten werden, auch bei Hilfsbedürftigkeit in der eigenen Wohnung bleiben zu können.
Im Staatsministerium des Landes Baden-Württemberg wurde zur gleichen Zeit an diesen Themen gearbeitet. Eine dort eingesetzte Arbeitsgruppe empfahl als Lösung die Einrichtung von Selbsthilfeorganisationen nach dem Genossenschaftsprinzip. In diese sollte sich jeder Bürger einbringen können. Auf diese Weise sollte eine Betreuung und Versorgung jedes einzelnen gesichert werden. Zur Erprobung dieser Idee wurden Modellversuche eingerichtet.

Die in Gründungsvorbereitung stehende Seniorengenossenschaft Riedlingen hat sich um die Aufnahme in das Modellprogramm beworben, dem Antrag wurde stattgegeben, Riedlingen wurde Landesmodell.

 

 
 
 
 
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last update 20.01.05
   
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Vorsitzender: Josef Martin
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